WAS IST AUTISMUS?

Das Autismus-Spektrum ist gekennzeichnet durch Beeinträchtigungen der gesamten Entwicklung, die bereits im Kindesalter beginnen. Es zeigen sich unterschiedliche Ausprägungen. Das Spektrum reicht von leichten Verhaltensproblemen bis zu einer schwerwiegenden geistigen Beeinträchtigung. Auffällig ist, dass es autistischen Menschen schwer fällt, angemessen in eine soziale Interaktion und Kommunikation mit anderen Menschen zu treten.

Mögliche Symptome einer Person mit Asperger-Syndrom, High Functioning Autismus, Atypischem Autismus sind:
 

  • reagiert oft nicht, wenn man ihn/sie ruft oder anspricht

  • schlechter Augenkontakt

  • kann mit Veränderungen schlecht umgehen

  • hat eigenartige Angewohnheiten z.B. verdreht Hände

  • zeigt ungewöhnliches Verhaltensmuster

  • zeigt ungewöhnliches Bewegungsmuster

  • scheint lieber allein zu spielen

  • spielt stereotyp und / oder wenig

  • scheint manchmal in der „eigenen Welt“ zu sein

  • kann nicht erklären, was er will

  • hat Schwierigkeiten, sich in die Gefühls- und Gedankenwelt von Personen hineinzuversetzen

  • hat Schwierigkeiten, Gesagtes richtig zu interpretieren und Mimik und Körpersprache zu verstehen und richtig einsetzen zu können

  • scheint andere Menschen auszublenden

  • keine Wahrnehmung von Gefahren

  • lacht ohne Gründe

  • hat große Sensibilität z.B. gegenüber Licht, Farben, bestimmte Tonfrequenzen oder Tastempfindungen

  • usw….
     

Dies ist eine Liste möglicher Symptome. Es sind längst nicht alle Symptome aufgezählt und niemand wird alle diese Symptome aufweisen. Die Symptome sind einerseits darauf zurückzuführen, dass bei einem Autisten die Individuation nicht vollständig abgeschlossen ist.
 

Individuation ist nicht vollständig abgeschlossen. Was heißt das?

Ein Säugling und Kleinkind fühlt sich nicht getrennt von seiner Umgebung. Sie sagen nicht „ich“ , wenn sie von sich etwas erzählen. In diesem Zustand ist das Ich-Bewusstsein eines Menschen nicht vollständig entwickelt.

Mehr und mehr wird das Kind zu einer „Einheit“, es erlebt sich getrennt von anderen und seiner Umwelt. Der Moment der Erkenntnis ein eigener Mensch getrennt von anderen zu sein, nennt man Individuation. Das Ich-Bewusstsein erwacht und es wird erkannt, dass andere auch ein Ich sind und anders denken und handeln können, wie das eigene Ich. Ein bedeutender Schritt in der Ich-Entwicklung ist das Trotzalter mit ca. 2 Jahren. Das Kind hat gelernt, dass man sich streiten muss mit der Mutter, wenn man etwas nicht bekommt. Jetzt erwacht das Interesse an Dingen und an anderen Menschen, mit anderen Ichs spielen und Pläne schmieden.

Bei einem autistischen Menschen ist die Trotzphase ausgeblieben oder hat sehr spät eingesetzt. Das zeigt, dass der Individuationsprozess nicht vollständig abgeschlossen ist.

Andererseits sind die Symptome darauf zurückzuführen, dass ein Mensch mit Autismus die zahlreichen Reize aus dem ihm umgebenden sozialen Raum zwar aufnehmen, sie aber nicht sinnvoll selektieren, bleibend erkennen und einordnen kann. Das seltsame autistische Verhalten kann als Versuch des Autisten interpretiert werden, in einer mehr oder weniger unverstandenen Welt zurechtzukommen und Ängste und Unsicherheiten zu verarbeiten.

 

Förderprogramm für autistische Menschen

Ich arbeite mit einem neuartigen Ansatz, der aus Amerika kommt (www.davisautism.com) und der der betroffenen Person den Weg ebnet, am normalen Leben teilnehmen zu können. In meinem Programm lernt die betroffene Person, dass sie ein eigenständiges Individuum ist mit eigenem Denken und eigenen Gefühlen und dass sich sein Denken und Fühlen von anderen unterscheidet.

 

Das Förderprogramm ermöglicht der betroffenen Person die Vorgänge in der Welt besser zu verstehen und im Alltag besser zurechtzukommen. Die betroffene Person lernt Dinge und Vorgänge bewusster wahrzunehmen und auch einordnen zu können. Sie kann Zusammenhänge besser erkennen und kann deshalb mit Veränderungen im Alltag besser umgehen. Das Chaos in der Welt, das die betroffene Person sieht, verschwindet.

 

Für die sozialen Kompetenzen und die soziale Integration lernt die betroffene Person Beziehungsbegriffe, die unser Zusammenleben regeln, wie beispielsweise Verhalten, Vertrauen, Regeln, worum es bei Gestik und Mimik geht, schlechtes Benehmen, das unser Leben und unsere Beziehungen nicht unterstützt und gutes Benehmen, das unser Leben und unsere Beziehungen unterstützt.

© 2019 Lernförderung - Gabriele Wirtz

Bergstr. 114, 77933 Lahr/Schwarzwald

mail@Gabriele-Wirtz.de, Tel. 07821 / 50 20 617